Mein innerer Schweinehund

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Jede*r kennt ihn, den inneren Schweinhund! Viele kennen das verbunden mit den Vorhaben wie Sport, abnehmen oder aufräumen oder zum Beispiel putzen. Man weiß, dass man sich hinterher gut fühlt, wenn man es getan hat, sich überwunden hat und sich einmal aufgerafft hat.

Meiner ist gerade was unser Projekt angeht zu Besuch. Zeit also sich mit ihm zu beschäftigen.: Innerer Schweinehund, warum heißt das eigentlich so, warum ist er gerade jetzt da und was sollte ich tun, damit er mich wieder verlässt?

Der Begriff ist laut Wikipedia schon sehr alt und kommt aus der Jagdsprache. Die Aufgaben eines bei der Jagd eingesetzten Sauhund, wie Ermüden, Festhalten und Hetzen wurden „auf Charaktereigenschaften bissiger Menschen übertragen“ (Abgerufen am 04.12.19 URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Innerer_Schweinehund). Später wurde der Begriff im ersten und zweiten Weltkrieg verwendet, als eine Art Ordnungsruf an die Soldaten. Sie sollten ihren inneren Schweinehund besiegen und Faulheit und mangelnde Disziplin überwinden.

Heutzutage wird der Begriff etwas liebevoller verwendet, dennoch wird mit ihm immer noch in der Regel eine Art Willensschwäche verbunden, die einen hindert Tätigkeiten zu tun, die einem entweder anstrengend erscheinen oder unangenehm sind, aber letztlich zum Ziel oder zu einer Lösung führen.

Warum, habe ich mich nur die Tage gefragt, ist mein innerer Schweinehund in den letzten Wochen zu Besuch gekommen und hat es sich kurz etwas gemütlich gemacht? Wenn ich so drüber nachdenke, kenne ich das eigentlich schon. Ich schaffe es recht gut, schnell Dinge zu starten, bis ich merke es könnte in die richtige Richtung gehen. Wenn das so ist, höre ich dann plötzlich auf. Warum ich das mache? Weil ich dann ganz genau weiß, jetzt wird es wirklich anstrengend, es kommt die Zeit, wo man wirklich was tun muss. Außerdem kommt etwas zweites hinzu, nämlich die Angst zu versagen, was ist, wenn es nicht klappt, die Mühe es nicht wert war, andere vielleicht auch noch sagen könnten, dass ich nicht gut genug bin, so nach dem Motto: „Mensch 3 Wochen Sport machst du schon, das sieht man aber gar nicht“, oder solche Sachen.

Jetzt mit unserem Projekt geht es mir genauso, der Anfang war leicht gemacht, da ging es erstmal drum die Idee zu entwickeln ein bisschen rumzuspinnen. Doch jetzt wird es ernst, wir müssen nun wirklich arbeiten, um aus den nun konkreter gewordenen Träumen auch wirklich was zu schaffen. Also, wie kriege ich nun den lieben Schweinehund dazu sich wieder vom Acker zu machen, auch wenn es bei mir grad so gemütlich und kuschelig ist? Schaue ich doch mal nach bei den vielen Ratgebern, was sagen die dazu. Die Karrierebibel schlägt beispielsweise vor (Abgerufen am 04.12.19 URL: https://karrierebibel.de/innerer-schweinehund/):

  1. Finden Sie ihr ganz persönliche Motivation
  2. Beginnen Sie sofort
  3. Machen Sie einen ganz konkreten Plan
  4. Legen Sie ein Ziel fest
  5. Suchen Sie sich einen Mitstreiter
  6. Lassen Sie keine Ausreden zu
  7. Belohnen Sie sich
  8. Behalten Sie auch bei Rückschlägen Ihren guten Willen

Wenn ich die einzelnen Punkte durchgehen, kann ich 3 Punkte erkennen, die bisher nicht klar genug sind. Der erste ist: „Machen Sie einen konkreten Plan“. Der fehlt uns noch der genaue Plan, wir haben bisher keinen wirklichen Zeitplan uns gemacht. Durch den fehlenden Zeitplan verschwenden wir auch immer wieder Zeit, da wir jedes Mal aufs Neue überlegen, was wir nun tun. Außerdem erkenne ich noch Punkt 6: „Lassen Sie keine Ausreden zu“, wir haben noch zu viele Ausreden, das machen wir heute noch nicht sondern erst beim nächsten Mal, weil das und das uns fehlt. In der agilen Methodenkiste redet man auch von Schleppankern, die das Boot ausbremsen, man muss nur einfach erkennen, welche das sind und wie man die loswird. Ich glaube ein persönlicher Schleppanker ist bei mir der Donnerstag. Hier habe ich zu viele Termine, jetzt wo ich ihn erkenne, kann man vielleicht daran was tun? Vielleicht lieber den Montag dafür nehmen? Den dritten Punkt, den ich noch nicht fest etabliert bei uns sehe ist der „Belohnen Sie sich“. Ich glaube, wir brauchen ein individuelles Belohnungssystem, dass uns auch für das Durchhalten an sich belohnt.

Jetzt nachdem ich mich ein bisschen mit dem Tierchen beschäftigt habe, fühlt es sich so an , als bewegt er sich schon, er streckt sich und räckelt sich, ich gehe mal von aus, dass ich morgen von ihm nur noch das Ringelschwänzchen in der Ferne sehen werde: Machs gut lieber Schweinehund, hab eine schöne Reise und lass dir ruhig viel Zeit bis zu deinem nächstem Besuch!

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